BÜNDNIS WILDER WOHNEN 90 Jahre Mietengesetz

BÜNDNIS WILDER WOHNEN

Platz.da!?

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Platz.da!?
Bündnis für Freiräume, Stadtgestaltung, Nutzung von Leerständen und mehr!
http://www.platzda.net

Stadtgestaltung von unten zuzulassen.

Forderungen an die Stadt zu stellen, die notwendigen (rechtlichen) Rahmenbedingungen zu schaffen um leistbaren Wohnraum für alle zur Verfügung zu stellen ist wichtig. Wohnungspolitik muss öffentlich und demokratisch, ausgehend von den Bedürfnissen der Stadtbevölkerung organisiert werden und darf nicht von kapitalistischen Verwertungsinteressen bestimmt sein. Doch von selbst passiert nichts und allein gute Argumente helfen wenig. Auch das Mietengesetz ist nicht vom Himmel gefallen, sondern ist Resultat sozialer Kämpfe, nicht umsonst der Angst der Sozialdemokratie geschuldet vor weiteren Unruhen wie der Hungerrevolte in Wien 1911.

Damit ist die Sphäre der (städtischen) Politik ein wichtiges Kampfterrain auf dem Veränderungen erstritten werden müssen. Verlassen können wir uns aber nicht auf das soziale Gewissen der Politiker_innen. Zu bekannt sind uns Hinhaltetaktiken, wahlweise Einladung zum folgenlosen Gespräch und Abweisung jeglicher Kommunikationsversuche von der Stadt Wien. Gebracht hat dies alles kaum etwas, die Räume, die jahrelang leer standen und durch aktive Raumnahmen wieder mit Leben, Kultur und Diskussionen gefüllt worden sind, stehen jetzt auch wieder leer bzw. wurden abgerissen – dank der Räumungen der Polizei und des Unwillens der Stadt Wien eine “Stadtgestaltung von unten” zuzulassen.

Diese “Stadtgestaltung von unten” sollte aber das Ziel sein! Anstatt PR-Pseudobeteiligungsverfahren, die der Stadtpolitik einen demokratischen Anstrich verleihen sollen, muss die Stadt wirklich von denen gestaltet werden, die sich am besten auskennen, von denen, die darin wohnen. Also von uns! Die Devise sollte heißen: Stadt selber machen und sich die Räume nehmen, die wir brauchen. Denn geschenkt bekommen wir nichts, es ist schon längst Zeit unruhig zu werden…

 

Dieser Text ist Teil der Broschüre „Wohnen darf keine Ware sein!“ vom Bündnis Wilder Wohnen

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